Gewaltfreie Kommunikation

Ein weiteres sehr hilfreiches Modul für die Mediation ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Es ist beinhaltet die Anwendung des  Aktiven Zuhören, Ich-Botschaften, Bedürfnisse erkennen und Bitten äußern.

M. Rosenberg betont ausdrücklich, dass GfK keine Technik ist, sondern eine wohlwollende Haltung! Das würde dann bedeuten, dass man die GfK nicht unbedingt zu erlernen braucht, sondern nur die richtige Einstellung entwickeln muss. Das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation „ist nicht, zu bekommen, was wir wollen, sondern Verbundenheit zwischen Menschen herzustellen“, die dazu führt, dass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden.

Die Basis sind die Vier Schritte

Beobachtung

Gefühl

Bedürfnis

Bitte

"Konflikte entstehen immer dann, wenn Bedürfnisse im Mangel sind."

Rosenbergs Modell baut auf den vier genannten Schritten auf. Dazu müssen Sie sich vier Fragen stellen.
Haben Sie Lust auf eine kleine Übung?
Stellen Sie sich eine Situation vor, in der Sie sich geärgert und zu heftig reagiert haben.
Haben Sie die Bilder vor Augen? Dann  stellen Sie sich nun die 4 Fragen.
 
Beobachtung
Was ist genau geschehen?
Beschreiben Sie bitte den Sachverhalt, das, was faktisch wirklich geschehen ist. Das was auch eine Kamera aufgenommen hätte.

Gefühle
Welches Gefühl hat die Situation in mir ausgelöst?
Beginnen Sie den Satz mit "Ich bin..." Für meine Gefühle bin nur ich allein verantwortlich. Ich kann nicht andere Personen für meine Gefühle verantwortlich machen. Dann werde ich zum Opfer. Gefühle können sein: traurig, ängstlich, froh, entspannt.......


Bedürfnis
Welches Bedürfnis hatte ich in der Situation?
Jeder Mensch hat sie von Geburt an. Bedürnisse entstehen durch Gefühle. Das Bedürfnis nach Nahrung durch Hunger, das Bedürfnis nach Schutz durch Angst...Machen Sie den Babytest. Nur Bedürfnisse, die ein Baby hat, sind echte Bedürfnisse. Das Bedürfnis nach Shoppen oder einem Porsche ist doch eher ein Wunsch.

Bitte
Äußern Sie eine Bitte, aber achten Sie darauf, dass es keine Forderung oder ein Wunsch ist. Eine Bitte muss handlungsorientiert, konkret und positiv formuliert sein. "Hab mich lieb!" ist keine Bitte! Anders sieht es mit folgender Bitte aus: "Mir ist kalt, bitte nimm mich in den Arm und wärme mich." Bitten Sie nur um das was Sie möchten, nicht um etwas, was Sie nicht möchten. Eine Bitte kann auch abgelehnt werden. Wenn der Bittende kritisierend oder beschuldigend auf die Ablehnung reagiert, war es eine Forderung und keine Bitte.

Nun atmen Sie tief durch und fühlen Sie einmal nach. Wie stellt sich die Situation nun dar?
Diese Übung können Sie in allen Lebenssituationen testen. Eine Anwendung in Konfliktsituationen ist besonders wirksam.

 

"Wenn die Verbindung zwischen zwei Menschen (wieder)hergestellt ist, findet sich die Lösung von selbst." MBR